Jüngere Zellen & gesünderes Herz durch Ausdauertraining

Der Mensch muss sich bewegen

Beweg Dich und tue Gutes für Dein Herz (c) www.postkarte-verschicken.de - Müller Axel/pixelio.de
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Wer viel sitzt, schadet seiner Gesundheit. Jetzt hat eine aktuelle Studie der Medizinischen Hochschule Hannover gezeigt, dass ein moderates, personalisiertes Ausdauertrainig insbesondere die Elastizität der Blutgefäße und den diastolischen Blutdruck, der bei der Blutdruckmessung durch den unteren Wert bestimmt wird, verbessert – zumindest bei Frauen mit vorwiegend sitzender Tätigkeit.

Vorneweg: Als freie Journalistin, die meist online arbeitet, gehöre auch ich zu der Gruppe, die am Schreibtisch hockt. Das hat sich durchaus bemerkbar gemacht: Rückenschmerzen, Aus-der-Puste-kommen beim Treppensteigen, Müdigkeit. Seit einigen Wochen trainiere ich auf dem Ergometer. Zugegeben: Nur 20 Minuten jeden Tag bei gerade einmal 40 Watt (ich möchte nicht wissen, welche Wattzahl mein Stiefsohn erreicht – der hat nämlich beim Ironman Hawaii mitgemacht! -Aktualisierung siehe unten-). Mein Erfolg: Mein Fitnesslevel hat sich erhöht, mir geht es gesundheitlich besser. Ob sich meine Zellen verjüngt haben? Keine Ahnung. Aber es wird wohl so sein, wenn die Studie der Medizinischen Hochschule Hannover zutrifft.

Dr. Dominik Berliner, Klinik für Kardiologie und Angiologie (Medizinische Hochschule Hannover), sagt: „In Bezug auf eine Zellverjüngung haben vor allem Frauen mit einer schlechten körperlichen Fitness vom moderaten Ausdauertraining profitiert. Für eine Zellverjüngung bei Frauen mit besserer Ausgangsfitness ist möglicherweise ein intensiveres Ausdauertraining notwendig“.

In der Studie wurden 291 Mitarbeiterinnen der Medizinischen Hochschule Hannover im Alter von 45 bis 65 Jahren (alles Nichtraucherinnen) eingeschlossen. Verglichen wurden Teilnehmerinnen, die ein auf sie zugeschnittenes Ausdauersportprogramm von 210 Minuten pro Woche für sechs Monate absolvierten, mit einer Kontrollgruppe, die inaktiv blieb. Als primärer Endpunkt der „Rebirth active women“-Studie wurde die Veränderung in der Telomerlänge nach sechs Monaten untersucht. Die Telomerlänge  gilt als Marker des Zellalters bzw. des biologischen Alters (Telomere sind die „Endkappen“ der Chromosomen, unterschreiten sie eine gewisse Länge, dann können sich eine Zelle nicht mehr teilen und stirbt ab).

Das Ergebnis der Studie nennt Dr. Berliner: „Es zeigte sich eine signifikante Zunahme der Telomerlänge in der Sportgruppe, während in der Kontrollgruppe keine relevante Änderung nachweisbar war“. Und: Im Vergleich zur Kontrollgruppe verbesserte sich die Trainingsgruppe signifikant in Bezug auf maximale Sauerstoffaufnahme, die Pulswellengeschwindigkeit, Arbeitsfähigkeit und metabolisches Syndrom. Letzteres wird auch als „tödliches Quartett“ bezeichnet. Jeder der vier Risikofaktoren (Bluthochdruck, erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte und zuviel Bauchfett) kann die Blutgefäße schädigen und das Risiko für Herz-/Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Deshalb werde ich mich gleich wieder aufs Rad schwingen und eine „Runde“ im Büro drehen. Wenns die Zellen verjüngt …

Aktualisierung: Ich konnte es ja nicht lassen und habe meinen sportlichen Stiefsohn doch gefragt, mit welcher Wattzahl er so durchschnittlich unterwegs ist. Das hätte ich besser gelassen, denn er trainiert im Durchschnitt mit knapp 160 Watt. Die habe ich gerade mal auf meinem Ergometer eingestellt – und doch tatsächlich eine Minute durchgehalten 😉