Gesund und fit mit IT

Training vorm Fernseher

Projekt Train & Win (c) AIT
Projekt Train & Win (c) AIT

Spätestens ab dem 60. Lebensjahr klagen viele Leute über erste Bewegungseinschränkungen. Dann erinnert man sich an das, was man schon immer machen wollte, aber nie „Zeit“ dafür hatte. Doch es muss noch nicht zu spät sein. Die Fachhochschule St. Pölten (Österreich) entwickelt und testet aktuell das IT-gestützte Trainingsprogramm „FitDaheim“, mit dem ältere Menschen vor dem Fernseher trainieren können – und Gesundheitstipps erhalten.

Schon lange ist klar: Wer sich regelmäßig bewegt, bleibt länger fit. Studien belegen, dass aktive Mobilität das Selbstwertgefühl älterer Menschen hebt, die Identität und vor allem die Selbstständigkeit beeinflusst. Durch Bewegung und den Erhalt der Mobilität kann auch Altersdepressionen vorgebeugt werden.

Hier kommt „FitDaheim“ ins Spiel. Das Trainingsprogramm läuft auf einem kleinen, an den Fernseher angeschlossenen Computer, und kann zu Hause durchgeführt werden. Eine virtuelle Trainerin oder ein virtueller Trainer, sogenannte Avatare, zeigen Bewegungsübungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade und Anforderungen vor. Mit Hilfe von Sensoren wird überprüft, ob der/die Trainierende die Übung richtig ausführt. Mittels Feedbackszenarien und motivierenden Elementen wird das korrekte Ausführen der Übungen unterstützt. Zusätzliche Tipps zu einem gesunden und lebensbejahenden Lebensstil sollen zudem das Gesundheitsbewusstsein stärken.

Bewegung an der frischen Luft und daheim

„FitDaheim“ ist ein auf Prophylaxe abzielendes, physio- und ergotherapiebasiertes Trainingsprogramm. Das Programm soll ältere Menschen nicht von der Bewegung an der frischen Luft abhalten, sondern darüber hinaus unterstützen und die Beweglichkeit außer Haus durch zusätzliches Training länger erhalten. „Bewegung in Form von Spaziergängen, Wanderungen und Radfahren fördert die Gesundheit, verlängert die durchschnittliche Lebensdauer um bis zu acht Jahre und verringert das Sturzrisiko. Trainingseffekte zur Aufrechterhaltung der bewegungsaktiven Muskulatur lassen sich bis ins hohe Alter nachweisen“, sagt Kerstin Lampel, Leiterin des Studiengangs Physiotherapie sowie Projektleiterin an der FH St. Pölten für das Projekt Train & Win, im Rahmen dessen das Trainingsprogramm „FitDaheim“ entwickelt wird.

Test in der Region Mühlviertler Alm

Im derzeit laufenden Projekt entwickelt und testet die FH St. Pölten gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology (AIT), der WPU GmbH, dem Center for Medical Statistics, Informatics and Intelligent Systems der Medizinischen Universität Wien, der Region Mühlviertler Alm und der Firma LIFEtool das Trainingssystem mit den Avataren. Bis April 2018 nehmen 30 Seniorinnen und Senioren in der Region Mühlviertler Alm an einem achtwöchigen IT-gestützten Fitnessprogramm und diversen Befragungen teil. Zehn von ihnen haben im vergangenen Jahr auch das Trainingsprogramm mitentwickelt und Prototypen getestet. Am Ende der Pilotphase können die testenden Seniorinnen und Senioren die Benutzungsfreundlichkeit beurteilen und das Trainingsprogramm weiter mitentwickeln. Auch die Effekte auf Gesundheit und Lebensqualität der älteren Menschen werden ausgewertet.

Mal sehen, wie lange „FitDaheim“ braucht, um auf den Markt zu kommen.